Prüfprotokoll: Was wichtig ist und warum Papier nicht reicht
Das Prüfprotokoll im Wandel – ein Schnellüberblick
- Prüfprotokolle dokumentieren den Zustand, die Funktion und die Sicherheit technischer Betriebsmittel.
- Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Prüfungen regelmäßig durchzuführen und zu dokumentieren.
- Die Form der Dokumentation ist nicht vorgeschrieben – digitale Prüfprotokolle sind zulässig.
- Unternehmen, die ihre Wartungs- und Prüfprozesse digitalisieren, berichten von effizienteren Abläufen, kürzeren Bearbeitungszeiten und erheblichen Einsparpotenzialen.
- Instandhaltungssoftware (CMMS) vereint digitale Prüfprotokolle, mobile Durchführung und die Planung wiederkehrender Maßnahmen in einer zentralen Lösung.
- Digitale Prüfprozesse verbessern die Datenqualität und erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Technik, QS und externen Prüfern.
- Künftig unterstützen KI-gestützte Systeme Prüfprozesse durch Spracherkennung, automatische Protokollerstellung, Datenanalyse und die Ableitung geeigneter Maßnahmen.
Was ist ein Prüfprotokoll? Definition und Bedeutung
Ein Prüfprotokoll dient zur systematischen Dokumentation des Ist-Zustands und der Funktion materieller Betriebsmittel. Dazu zählen beispielsweise Maschinen und maschinelle Anlagen, elektrische Baugruppen oder Geräte, Werkzeuge und Arbeitsschutzausrüstung. Die Prüfung ist rechtlich verpflichtend und stellt sicher, dass Mängel erkannt, bewertet, behoben und Verbesserungsprozesse angestoßen werden können. Typische Einsatzgebiete sind Wartungen und Anlagenprüfungen, Produktkontrollen, Sicherheitsprüfungen, Qualitätssicherungen sowie im Rahmen von Audits.
Warum Prüfungen Pflicht sind und Dokumentation schützt
Typischer Ablauf einer Prüfung und Aufbau eines Protokolls
Schritt 1: Vorbereitung der Prüfung
- Auswahl der zu prüfenden Geräte und Anlagen
- Sichtung vorhandener Dokumentationen, früherer Prüfprotokolle und Fristen
- Festlegung des Prüfumfangs auf Basis von Risikoanalyse und Betriebsbedingungen
Schritt 2: Sichtprüfung
- Kontrolle auf äußerliche Schäden, Manipulation, fehlende Kennzeichnungen oder Veränderungen
Schritt 3: Messung und Erprobung
- Durchführung elektrischer Messungen (z. B. Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Schutzleiterstrom)
- Funktionsprüfungen bei bestimmten Geräten
- Einsatz normgerechter Messgeräte gemäß DIN VDE 0701-0702
Schritt 4: Bewertung der Ergebnisse
- Klassifizierung in „keine Mängel festgestellt“ und „Mängel festgestellt“
Werden Mängel festgestellt, lassen sie sich direkt als Folgeauftrag im Ticketsystem erfassen und einem Techniker zuweisen – ohne Medienbruch und ohne dass Befunde auf dem Papierprotokoll verloren gehen.
Schritt 5: Dokumentation und Kennzeichnung
- Erfassen aller Prüfschritte, Messwerte, Auffälligkeiten und Maßnahmen
- Kennzeichnung der geprüften Geräte, z. B. mit einer Prüfplakette (Datum, nächste Prüfung)
- Unterschrift der befähigten Person und Archivierung des Protokolls
Prüfungen dürfen ausschließlich durch befähigte Personen (§ 2 Abs. 6 BetrSichV) durchgeführt werden. Diese müssen über eine entsprechende Ausbildung, praktische Erfahrung sowie aktuelle Tätigkeit im jeweiligen Aufgabenfeld verfügen.
Inhalte eines typischen Prüfprotokolls
- Datum und Ort der Prüfung sowie Name des Prüfers oder Auftraggebers
- Angaben zum geprüften Objekt: Gerätename, Typ, Standort, Inventarnummer
- Beschreibung der durchgeführten Prüfschritte: Sichtprüfung, Funktionsprüfung, Messungen
- Bewertung der Ergebnisse sowie festgestellte Mängel und empfohlene Maßnahmen
- Freigabe mit Unterschrift und Terminierung der nächsten Prüfung
Anforderungen an ein digitales Prüfprotokoll
- Nachvollziehbarkeit bedeutet, dass jede Prüfung eindeutig einer verantwortlichen Person zugeordnet und zeitlich lückenlos dokumentiert sein muss.
- Integrität bedeutet, dass erstellte Berichte nachträglich nicht ohne Nachweis verändert werden dürfen.
- Verfügbarkeit bedeutet, dass Prüfprotokolle jederzeit auffindbar sind und im Bedarfsfall vorgelegt werden können.
Bereitschaft zur Veränderung von Prüfprozessen
Digitale Prüfprotokolle im Kontext von Instandhaltungssoftware (CMMS) und mobilen Apps
Eine Möglichkeit zur Umsetzung bieten moderne und intuitive Instandhaltungssoftware, sogenannte Computerized Maintenance Management Systeme (CMMS), wie beispielsweise Maintastic. Sie bündeln verschiedene Funktionen, darunter die Erstellung und Bearbeitung digitaler Prüfprotokolle in Form strukturierter Checklisten und Formularen, die Planung wiederkehrender Maßnahmen sowie die direkt an Maschinen, Geräten oder Produkten.
- die standardisierte Erfassung von Prüfdaten und Messwerten,
- die Nutzung von Pflichtfeldern und Auswahloptionen zur Sicherstellung vollständiger Eingaben,
- die Integration multimedialer Inhalte wie Fotos und Erklärvideos sowie
- digitale Unterschriften für den formellen Abschluss.
Warum sich digitale Prüfprotokolle lohnen
Konkrete Vorteile gegenüber Papierprotokollen:
- Zuverlässige Planung: Wiederkehrende Prüfungen lassen sich systemgestützt terminieren und zuordnen, sodass keine Fristen übersehen werden.
- Schneller Zugriff: Über das Scannen eines QR-Codes an der Maschine können Prüfer jederzeit auf das zugehörige Prüfprotokoll zugreifen, frühere Prüfungen einsehen und Folgeprüfungen vorbereiten.
- Zeitersparnis: Digitale Erfassung, automatische Übertragung und zentrale Verfügbarkeit reduzieren manuelle Nacharbeit und ermöglichen eine schnellere Auswertung.
- Direkte Verknüpfung mit dem Asset: Abgeschlossene Prüfungen sind unmittelbar dem jeweiligen Betriebsmittel (Asset) zugeordnet.
- Geringere Fehleranfälligkeit: Pflichtfelder und standardisierte Eingabehilfen sorgen für konsistente und vollständige Prüfprotokolle.
- Höhere Transparenz: Digitale Protokolle lassen sich gezielt filtern, durchsuchen und historisch nachverfolgen – sowohl für interne Zwecke als auch bei externen Audits.
- Stärkere Compliance und Rechtssicherheit: Revisionssichere Speicherung, digitale Signaturen und definierte Zugriffsrechte unterstützen die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.
- Verbesserte Zusammenarbeit: Eine gemeinsame digitale Datenbasis und Live-Kollaborationsfunktionen fördern die Abstimmung zwischen Technik, Qualitätssicherung und externen Prüfinstanzen.
- Grundlage für kontinuierliche Verbesserung: Aufbereitete Prüfprotokolle liefern strukturierte Daten, die zur Trendanalyse und Ableitung präventiver Maßnahmen genutzt werden können.
Zukunft der Prüfprozesse – digital, vernetzt, KI-gestützt
Prüfungen dürfen ausschließlich durch befähigte Personen (§ 2 Abs. 6 BetrSichV) durchgeführt werden. Diese müssen über eine entsprechende Ausbildung, praktische Erfahrung sowie aktuelle Tätigkeit im jeweiligen Aufgabenfeld verfügen.
Prüfungen dürfen ausschließlich durch befähigte Personen (§ 2 Abs. 6 BetrSichV) durchgeführt werden. Diese müssen über eine entsprechende Ausbildung, praktische Erfahrung sowie aktuelle Tätigkeit im jeweiligen Aufgabenfeld verfügen.