Instandhaltungssoftware im Vergleich: Anbieter, Funktionen und Entscheidungshilfe

Picture of <div class="post-authorline">   <span class="author-name">Daniel Mirbach</span>,   <span class="author-role">Leiter Marketing</span><br>   <time class="post-date" datetime="2025-10-15">Aachen, 19. November 2025</time>   <span class="sep"> | </span>   <span class="reading-time">19 Min. Lesezeit</span> </div>

Instandhaltungssoftware Verglech
Wer vor der Einführung einer Instandhaltungssoftware steht, sieht sich mit einer Vielzahl von Lösungen und Softwarekategorien konfrontiert. Neben der Unterscheidung der Kategorien geht es um Funktionen, Kosten, Integrationsfähigkeit und die Frage: Was passt wirklich zur eigenen Instandhaltungsorganisation?

Dieser Artikel liefert eine strukturierte Entscheidungshilfe:

Anbieterübersicht und Funktionsvergleich von Instandhaltungssoftware aus der DACH-Region

Die Auswahl einer passenden Instandhaltungssoftware ist eine kombinierte Betrachtung von Basisfunktionen für das Instandhaltungsmanagement, Querschnittsfunktionen für konsistente Stammdaten, Daten- und Informationsflüssen, Implementierungsaufwänden, Lizenzmodellen sowie Supportoptionen.

Die nachfolgende Tabelle konzentriert sich auf Anbieter mit Sitz in der DACHDeutschland, Austria (Österreich) und CH (Confoederatio Helvetica, Schweiz)-Region. Die Übersicht dient als Ausgangspunkt für die eigene Evaluation und wurde nach bestem Wissen sowie Fairnessgedanken auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen erstellt. Für eine fundierte Auswahl sollten immer eigene Tests, Rücksprachen mit Anbietern und Pilotphasen durchgeführt werden.

Denn entscheidend ist herauszufinden, welche Funktionen Sie wirklich brauchen und welche Software Ihre Prozesse am besten unterstützt.

Anbietervergleich für Instandhaltungssoftware 2025 aus der DACH-Region
Evaluation / Anbieter Maintastic SAP PM TOM Hoppe Wartungsplaner Remberg isproNG Timly osapiens IFS Ultimo
KATEGORIE CMMS ERP / EAM mit Instand-haltungs-modul CMMS / CAFM Wartungs- / Prüffristen-software CMMS CMMS Wartungs- / Inventari-sierungs-software CMMS / CAFM EAM
HAUPTSITZ / NIEDERLASSUNG 🇩🇪 DE 🇩🇪 DE 🇩🇪 DE 🇩🇪 DE 🇩🇪 DE 🇦🇹 AT 🇨🇭 CH 🇩🇪 DE 🇳🇱 NL / 🇩🇪 DE
Asset Management
Für Reaktive Instandhaltung
Für Präventive Instandhaltung
Arbeitsaufträge & Aufgaben
Für autonome Instandhaltung
Für mobile Instandhaltung
Für zustandsorientierte Instandhaltung
Live-Kollaboration mit Maschinenlieferanten
KI Assistenten / KI Agenten
Ersatzteilemanagement
Digitale Checklisten & Prüfprotokolle
Dashboard & Reporting
Integration in Drittsysteme ----
Individualisierungsgrad HOCH HOCH Keine Anbieter-angabe GERING HOCH Keine Anbieter-angabe MITTEL MITTEL GERING
Setup-Optionen Cloud (EU, Deutschland & weltweit), On-Premise S/4HANA Cloud-Modul, On-Premise Keine Anbieter-angabe On-Premise Cloud (EU) Keine Anbieter-angabe Cloud (EU) Cloud (osapiens HUB) Cloud (EU)
LIZENZMODELLE 2 Modelle Auf Anfrage Keine Anbieter-angabe Einmalpreise 3 Modelle Keine Anbieter-angabe 3 Modelle 4 Modelle 3 Modelle
IMPLEMENTIERUNGSAUFWAND
(je nach Setup & Lizenzmodell)
GERING -
MITTEL
HOCH GERING -
MITTEL
MITTEL GERING -
MITTEL
Keine Ein-schätzung, fehlende Anbieter-angabe Keine Ein-schätzung, fehlende Anbieter-angabe GERING -
MITTEL
GERING -
MITTEL
TESTZUGANG / PILOT
SUPPORT Telefonisch & per Mail; deutsch, englisch & weitere Sprachen Im Regelfall durch spezialisierte Berater Telefonisch & per Mail; deutsch Telefonisch & per Mail; deutsch Deutsch & englisch; DACH-Support Telefonisch & per Mail; deutsch, englisch Telefonisch & per Mail, Live Chat Support-Center, 3rd Level Support Telefonisch & per Mail
SCHULUNG / ONBOARDING Ramp Up- & Trainings-pakete Im Regelfall durch spezialisierte Berater Keine Anbieter-angabe Keine Anbieter-angabe Keine Anbieter-angabe Keine Anbieter-angabe Implemen-tierung & Training nach Bedarf Training Academy, Live Training / Webinar E-Learning. Kundenportal
ZERTIFIZIERT NACH

Stand: Oktober 2025

CMMS, EAM, CAFM oder ERP? Die wichtigsten Systeme im Vergleich

Wer sich mit Instandhaltungssoftware beschäftigt, trifft schnell auf eine Vielzahl von Begriffen wie CMMS, EAM, CAFM und auch auf ERP Software mit Instandhaltungsmodulen. Hinter diesen Bezeichnungen stehen unterschiedliche Systemtypen mit teils überlappenden, teils klar abgegrenzten Einsatzfeldern.

CMMS – Computerized Maintenance Management System

CMMS steht für Computerized Maintenance Management System. In die deutsche Sprache übertragen bedeutet das computergestütztes Instandhaltungsmanagementsystem, oder freier und etwas kürzer Instandhaltungssoftware.
Ein CMMS ist auf den operativen Betrieb der Instandhaltung an technischen Anlagen und Maschinenparks ausgelegt. Das System unterstützt u.a. Prozesse wie Störmeldungen, Auftragsmanagement, präventive Wartungspläne, Ersatzteilmanagement, Dokumentation und mobile Arbeitsaufträge.

EAM – Enterprise Asset Management

Ein Enterprise Asset Management (EAM) System betrachtet den gesamten Maschinenlebenszyklus vom Einkauf, über Betrieb, Wartung und Retrofit bis hin zum Risikomanagement und zur Entsorgung. Ein CMMS bzw. dessen Funktionen können Bestandteil eines EAM Systems sein.

CAFM – Computer Aided Facility Management

Im Unterschied zum CMMS liegt der Schwerpunkt von CAFM Systemen (Computer Aided Facility Management) auf gebäudebezogenen Prozessen wie Raum- und Schlüsselverwaltung, Reinigung, Wartung von gebäudetechnischen Anlagen und Flächenanalysen.

ERP – Enterprise Resource Planning mit Instandhaltungsmodul

Enterprise Resource Planning (ERP) Systeme dienen dazu, unternehmensweite Geschäftsprozesse wie Einkauf und Beschaffung, Lager, Produktion, Personal sowie Finanzen in einer gesamtheitlichen Umgebung zu verwalten. Viele dieser Systeme enthalten auch Module zur Abbildung von Instandhaltungs- und Wartungsprozessen.
Gegenüberstellung der verschiedenen Systeme – CMMS, EAM, CAFM und ERP mit Instandhaltungsmodul
System / Abgrenzung EAM CMMS CAFM ERP mit Instandhaltungsmodul
Anwendungsbereich Ganzheitliches Asset Management über den gesamten Lebenszyklus Operative Instandhaltung von Maschinen und Anlagen Verwaltung gebäudebezogener Prozesse und Infrastruktur Abbildung von Instandhaltungsprozessen innerhalb eines ERP-Systems
Funktionaler Fokus Investitionsplanung, Risikomanagement, strategische Steuerung Asset Management, Störmeldungen, Wartungsplanung, Arbeitsaufträge, Ersatzteile, Dashboards Raum-, Flächen- und Schlüsselverwaltung, Reinigung, Prüfpflichten, Wartung gebäudetechnischer Anlagen Technische Objekte, Arbeitsaufträge, Rückmeldungen, Kostenintegration, Materialbuchung
Asset-Lebenszyklus Ab Investitionsentscheidung bis Stilllegung/Verwertung Ab Inbetriebnahme bis Rückmeldung oder Außerbetriebnahme Ab Inbetriebnahme bis Rückmeldung oder Außerbetriebnahme Begleitung technischer Objekte ab Anlage im ERP mit Fokus auf betriebswirtschaftliche Prozesse wie Einkauf, Lager und Kosten
Zielsetzung Ausrichtung der Asset-Nutzung auf strategische Geschäftsziele Effizienz und Verfügbarkeit im täglichen Betrieb sicherstellen Verwaltung und Betrieb von Gebäuden Instandhaltungsprozesse in bestehende ERP-Strukturen einbetten und ohne Systemwechsel abwickeln
Die Wahl des passenden Systems ist nicht leicht. In erster Linie sollte sich die Entscheidung an konkreten Anforderungen der Instandhaltung orientieren. Auch die Einbindung in bestehende ERP- oder Unternehmenssysteme kann, je nach Organisation, IT-Strategie und Standortstruktur, eine Rolle spielen.
Bevor eines der beschriebenen Systeme in die engere Auswahl kommt, lohnt sich ein Blick auf die übergeordneten Treiber für die Digitalisierung von Instandhaltungsprozessen.

Warum Instandhaltungsprozesse überhaupt digitalisieren?

Die Digitalisierung von Instandhaltungsprozessen ist einer der wichtigsten Hebel, um technische Anlagen produktiver, ausfallsicherer und wirtschaftlicher zu betreiben. Dabei stehen je nach Branche, Unternehmensgröße und Reifegrad ganz unterschiedliche Ziele im Vordergrund. Typische Treiber für die Einführung digitaler Instandhaltungslösungen sind:

Minimierung ungeplanter Stillstände

durch strukturierte Störmeldungen und schnellere Reaktionszeiten

Steigerung der Anlagenverfügbarkeit

durch besser geplante Wartungs- und Instandhaltungs-maßnahmen

Lebensdauer-verlängerung bestehender Anlagen,

insbesondere bei älteren Maschinen und Investitionsstau

Nutzung von Daten zur kontinuierlichen Verbesserung,

z. B. durch Analyse von Störgründen, MTTR oder Ersatzteilverbräuchen

Entlastung von Fachkräften

durch mobile Arbeitsaufträge, digitale Anleitungen, schnellere Informationssuche und weniger Papierarbeit oder Excel-Listen

Abfederung des Fachkräftemangels

und Wissenssicherung trotz Generationenwechsel

Senkung von Kosten

durch präventive Wartung, optimierten Ressourceneinsatz und geringere Stillstandszeiten

Harmonisierung und Skalierbarkeit

durch unternehmensweit einheitliche Prozesse und Instandhaltungslösungen

Beispielhaftes Szenario: Standardisierung und Optimierung von Prozessen durch die Einführung einer Instandhaltungssoftware

Techniker führt mit Tablet und CMMS die wöchentliche Wartung und Kalibrierung einer Industrieanlage durch, Aufgabenstatus ist in Bearbeitung.

Ein produzierendes Unternehmen mit 7.000 Mitarbeitern und mehreren internationalen Standorten plant, seine Instandhaltungsprozesse zu konsolidieren. Jedes Werk wird von einer eigenen lokalen Instandhaltung versorgt. In jedem Produktionsstandort sind historisch gewachsene, teilweise suboptimale Systeme und Tools mit begrenzten Weiterentwicklungsmöglichkeiten sowie Excel-basierte Abläufe im Einsatz. Hierfür soll ein standardisierter, digital unterstützter Instandhaltungsprozess etabliert werden, der diese Anforderungen abdeckt:

Eine solche Ausgangslage ist typisch und genau an diesem Punkt beginnt die Suche nach der richtigen Softwarelösung. Hierzu ist es sinnvoll, die internen Anforderungen, Nutzergruppen und Prozesse genau zu verstehen. Das ist der Ausgangspunkt für die Analyse der zukünftigen Nutzer.

Wer soll mit der Software arbeiten und welche Anforderungen lassen sich daraus ableiten?

Eine Instandhaltungssoftware entfaltet ihren vollen Nutzen nur dann, wenn sie auf die tatsächlichen Arbeitsabläufe und Anforderungen der beteiligten Personen abgestimmt ist. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu definieren, wer das System nutzt und mit welchem Ziel. Denn je nach Abteilung, Rolle und Aufgabenbereich unterscheiden sich auch die Anforderungen an die Software deutlich. Typischerweise sind nachfolgende Gruppen beteiligt.
Anforderungen verschiedener Rollen in der Instandhaltung
Instandhaltungsteams
  • benötigen eine einfache Erfassung von Störungen, auch mobil
  • profitieren von schnell auffindbaren Informationen wie Maschinendokumentation oder Anlagenhistorie
  • nutzen digitale Arbeitsaufträge, Checklisten und Prüfprotokolle
  • wollen Zeit sparen durch weniger Papierdokumentation und strukturierte Abläufe
  • arbeiten mit Maschinenlieferanten und anderen externen Dienstleistern zusammen
Technische Leitung / Instandhaltungsmanagement
  • steuert Prozesse, Personal und plant Wartungsmaßnahmen
  • benötigt Transparenz und Kennzahlen wie MTTR, OEE oder Ersatzteilverbräuche
  • verantwortet die operative Ausrichtung und Standardisierung über Standorte hinweg
  • erstellt Auswertungen und Reports für das obere Management
Produktionsverantwortliche / Maschinenbediener
  • melden Störungen direkt aus der Linie
  • verfolgen den Bearbeitungsstatus technischer Probleme
  • benötigen einfache Kommunikationswege zur Instandhaltung (z. B. zur Priorisierung)
Auch wenn viele Personen mit der Software arbeiten, bedeutet das nicht, dass alle denselben Funktionsumfang benötigen. Ein Maschinenbediener kann beispielsweise Störungen melden oder soll auf bestimmte Anleitungen zurückgreifen können, um im Sinne einer autonomen Instandhaltung einfache Wartungsarbeiten zu übernehmen.
Welche Rollen welche Funktionen tatsächlich benötigen, sollte demnach frühzeitig und im Hinblick auf Lizenzen, Schulungen und Gesamtkosten definiert werden. Ein durchdachtes Rollenkonzept hilft dabei, realistisch zu planen und unnötige Komplexität zu vermeiden.

Welche Softwarefunktionen braucht eine Instandhaltung am Beispiel des Maintastic CMMS

Das Maintastic CMMS mit Laptop-, Smartphone- und Kameraansicht zur Verwaltung von Assets, Tickets und Arbeitsabläufen.

Das Maintastic CMMS ist speziell für das Instandhaltungsmanagement in produzierenden Unternehmen entwickelt worden mit dem Ziel, tägliche Abläufe zu vereinfachen und digital abzubilden. Die Software begleitet typische Instandhaltungsprozesse entlang des Lebenszyklus technischer Anlagen von der ersten Störmeldung bis zur abschließenden Rückmeldung.

Im Folgenden sind die Funktionen aufgeführt, die sich bei Kunden in der Praxis als zentral für ein modernes Instandhaltungsmanagement erwiesen haben.

Maschinen verwalten: Asset Management

Verwaltung technischer Objekte wie Maschinen, Anlagen oder Komponenten inklusive Stammdaten, Seriennummern, Standortinformationen.

Verknüpfungen zu Wartungsplänen, Arbeitsaufträgen, Handbüchern, Ersatzteilen und Checklisten sowie Aufbau einer Reparatur- und Wartungshistorie.
NUTZEN:
Weniger Suchaufwand, bessere Planung und Nachverfolgbarkeit von Maßnahmen

Reaktive Instandhaltung: Tickets & Störmeldungen

Erfassung von Störungen per Smartphone und QR-Code.

Störungen können mit Videos und Bildern angereichert, kategorisiert, priorisiert und zugewiesen werden.
Rückmeldungen erfolgen über die CMMS App.
NUTZEN:
Schnellere Reaktionsfähigkeit und kürzere MTTRMean Time to Repair

Präventive Instandhaltung: Wartungsplaner

Anlegen zyklischer Wartungspläne für Maschinen, prüfpflichtige oder kritische Anlagen.

Generierung von Arbeitsaufträgen und Zuweisung an Techniker.

NUTZEN:
Höhere Anlagenverfügbarkeit, erhöhte MTBFMean Time Between Failures

Arbeitsaufträge & Maßnahmenübersicht

Übersicht aller offenen, laufenden und erledigten Aufträge inklusive Status, Fristen und Rückmeldungen.

Aufträge lassen sich nach Standort, Linie oder Maschinengruppe filtern und dokumentieren.

NUTZEN:
Klarere Prioritäten und Abläufe im Instandhaltungsalltag

Autonome Instandhaltung: digitale Checklisten & Anleitungen

Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Prüfprotokolle oder Checklisten können direkt im Arbeitsauftrag eingebettet werden.
Ideal für einfache und wiederkehrende Maßnahmen, die von Maschinenbedienern übernommen werden können.
NUTZEN:
Ausfallrisiken senken und Stillstand verkürzt
Mobiler Zugriff auf wesentliche Funktionen. Dazu gehören: Störungen melden, Aufträge abarbeiten, Rückmeldungen erfassen, Checklisten abhaken,
Fotos und Videos anhängen oder die Maschinenhistorie einsehen.
NUTZEN:
Weniger Laufwege, kürzere MTTAMean Time to Acknowledge und MTTR

Zusammenarbeit mit Maschinenlieferanten

Per Live-Video & Chat mit Maschinenherstellern im Kontext von Maschinen, Meldungen und Abreitsaufträgen zusammenarbeiten.
NUTZEN:
Schnellere Problemlösung und reduzierte Ausfallzeiten

Zustandsorientierte/ vorausschauende Instandhaltung: Schnittstellen

Zustände mit IoT-Systemen überwachen & Tickets automatisch erstellen
NUTZEN:
Verbesserte Reaktion auf potenzielle Ausfälle, verkürzte MTTA und MTTR

Integration in ERP-Systeme

Automatisierte Übertragung von Stammdaten, Aufträgen und Dokumentationen.
Integration technischer Plätze und Produktbäume per API aus SAP.
NUTZEN:
Konsistente Daten und medienbruchfreie Prozesse
Fehlermeldungen per Sprache erfassen und bei Bedarf automatisch übersetzen lassen.
Informationen leichter finden und Lösungsvorschläge aus historischen Wartungs- und Betriebsdaten sowie technischer Dokumentation erhalten.
NUTZEN:
Höhere Datenqualität bei Meldungen und schnellere Problemlösung

Individualisierungsgrad

Flexible Systemkonfiguration über individuelle Eingabemasken und Pflichtfelder für Tickets sowie Arbeitsaufträge.
Vergabe von Berechtigungen und Rollen für externe und interne Nutzer.
NUTZEN:
Höhere Nutzerakzeptanz und klare Zuständigkeiten

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Erfolgsfaktor Change-Management: Wie Einführung, Akzeptanz und Mitarbeitereinbindung gelingen

Die Einführung einer Instandhaltungssoftware ist kein IT-Projekt, sondern ein Veränderungsprozess, der Arbeitsweisen, Rollen und Verantwortlichkeiten in der gesamten Organisation betrifft. Insbesondere in der Instandhaltung, wo viele Prozesse historisch gewachsen sind und der Tagesbetrieb oft unter hohem Zeitdruck steht, ist Akzeptanz ein zentraler Erfolgsfaktor.

Ein modernes CMMS kann noch so leistungsfähig sein, doch ohne mitgenommene Mitarbeitende bleibt das Potenzial ungenutzt und die Implementierung scheitert. Oft braucht es eine einzelne Person, einen internen Treiber oder „Hero“, der die Veränderung mutig anstößt und andere überzeugt. Umso wichtiger ist es, das Projekt nicht nur technisch, sondern organisatorisch und kommunikativ gut zu begleiten.

Frau und Mann mit Tablets gehen durch eine Industriehalle, die Frau zeigt nach vorn und erklärt etwas.

Veränderung strukturieren: Change-Management-Modelle als Orientierung

Erfolgreiche Softwareprojekte folgen keinem Zufall. Sie orientieren sich an bewährten Veränderungsmodellen wie z. B. den 7 Phasen der Veränderung nach Richard K. Streich oder dem 8-Stufen-Modell von John P. Kotter.

Das Modell von Richard K. Streich beschreibt die typischen emotionalen Reaktionen von Mitarbeitenden auf betriebliche Veränderungen. Streich unterscheidet sieben Phasen:

Illustration der Veränderungskurve, die typische emotionale Phasen wie Schock, Verneinung, Einsicht und Lernen während eines Veränderungsprozesses zeigt
  1. Schock – Überraschung oder Irritation über die angekündigte Veränderung
  2. Verneinung – Ablehnung oder Verharmlosung („Das brauchen wir nicht.“)
  3. Einsicht – Erste rationale Akzeptanz der Notwendigkeit
  4. Akzeptanz – Emotionale Annahme der Veränderung („Ich sehe, dass es mir hilft.“)
  5. Ausprobieren – Erste Nutzung des neuen Systems, Erkundung der Funktionen
  6. Erkenntnis – Positive Erfahrungen bestärken die neue Arbeitsweise
  7. Integration – Die Veränderung wird selbstverständlich gelebt
Das Modell hilft Projektteams, die emotionale Dynamik im Blick zu behalten und gezielt mit Kommunikation, Schulung oder Pilotphasen darauf zu reagieren.
Während Streich auf individuelle Reaktionen fokussiert, legt John P. Kotter den Schwerpunkt auf die organisatorische Steuerung von Veränderungsprozessen in 8 Stufen:

Stufe 1: Dringlichkeit erzeugen

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Prozesse zu verbessern?

Stufe 2: Führung­skoalition aufbauen

Wer treibt das Projekt? Wer überzeugt andere?

Stufe 3: Vision und Strategie entwickeln

Welche Ziele werden mit der Software verfolgt?

Stufe 4: Vision kommunizieren

Frühzeitig, transparent und wiederholt kommunizieren.

Stufe 5: Mitarbeitende befähigen

Barrieren abbauen, Schulungen anbieten, Feedback einholen.

Stufe 6: Kurzfristige Erfolge sichtbar machen

Pilotbereiche, erste Kennzahlen.

Stufe 7: Veränderung verankern

Prozesse, Rollen, Verantwortlichkeiten festlegen.

Stufe 8: Kontinuierlich verbessern

Feedback aufnehmen, System iterativ weiterentwickeln.

Stufe 1

Dringlichkeit erzeugen

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Prozesse zu verbessern?

Stufe 2

Führungskoalition aufbauen

Wer treibt das Projekt? Wer überzeugt andere?

Stufe 3

Vision und Strategie entwickeln

Welche Ziele werden mit der Software verfolgt?

Stufe 4

Vision kommunizieren

Frühzeitig, transparent und wiederholt

Stufe 5

Mitarbeitende befähigen

Barrieren abbauen, Schulungen anbieten, Feedback einholen

Stufe 6

Kurzfristige Erfolge sichtbar machen

Pilotbereiche, erste Kennzahlen

Stufe 7

Veränderung verankern

Prozesse, Rollen, Verantwortlichkeiten festlegen

Stufe 8

Kontinuierlich verbessern

Feedback aufnehmen, System iterativ weiterentwickeln

Mitarbeitereinbindung von Anfang an

Wer die Akzeptanz von Anfang an sichern will, bindet alle relevanten Personen frühzeitig ein. Bewährt haben sich u. a.:
Handlungsfeld Fragestellung Zielsetzung
Stakeholder identifizieren Wer ist bei der Einführung der Software direkt oder indirekt involviert? Alle relevanten Gruppen im Blick haben
Bedarfe erfassen Welche Probleme, Wünsche und Abläufe gibt es heute? Anforderungen aus der Praxis ableiten
Personas definieren Welche Rollen nutzen das System und wie intensiv? Nutzungsszenarien und Zugriffsrechte planen
Kommunikation aufsetzen Wie werden Mitarbeitende informiert, abgeholt, überzeugt? Transparenz und Beteiligung schaffen
Frühzeitige Einbindung sicherstellen Wie können erste Nutzer das System mitgestalten? Akzeptanz und Systemnähe erhöhen
Rollen & Verantwortlichkeiten klären Wer trägt welche Verantwortung im Projekt? (RACI) Reibungslose Umsetzung ermöglichen
Schulungen vorbereiten Welche Inhalte und Formate sind sinnvoll? Relevanz und Praxistransfer sichern
Feedbackschleifen einbauen Wo und wie kann Rückmeldung ins Projekt einfließen? Kontinuierliche Verbesserung ermöglichen
Erfolge sichtbar machen Welche positiven Effekte können früh kommuniziert werden? Motivation intern stärken

In 6 Schritten zur technischen Einführung und Integration: Wie die Instandhaltungssoftware zum Teil der Systemlandschaft wird

Nach der Auswahl und organisatorischen Vorbereitung folgt die Phase der technischen Umsetzung und Einbindung der Instandhaltungssoftware in die bestehende IT- und Prozesslandschaft. Wie das erfolgreich gelingen kann, welche Hürden zu meistern sind, skizzieren beispielhaft diese sechs Schritte einer Softwareimplementierung.

1. Systemzugänge & Benutzerverwaltung

• Anlage von Nutzerrollen und Rechtegruppen
• Integration in bestehende Authentifizierungssysteme (SSO, AD)

2. Stammdatenimport & Systembefüllung

• Import technischer Objekte, Maschinenlisten, Ersatzteildaten
• Aufbereitung von Daten aus Excel, Altsystemen oder ERP-Systemen

3. Schnittstellen & Integration

• ERP-Anbindung für Stammdaten, Auftrags- und Rückmeldedaten (z. B. SAP PM)
• Eventbasierte Kommunikation mit IoT-Systemen

4. Prozesse konfigurieren

• Abbildung von Meldungs-, Freigabe- und Rückmeldeprozessen
• Konfiguration individueller Felder, Formulare oder Pflichtangaben

5. Testphase & Pilotbetrieb

• Testlauf mit ausgewählten Maschinen und Nutzergruppen
• Feedback sammeln, Anpassungen vornehmen

6. Go-Live & Betrieb

• Rollout auf weitere Bereiche oder Standorte
• Support, Monitoring und regelmäßige Weiterentwicklung

Wie setzen sich die Kosten für die Einführung einer Instandhaltungssoftware zusammen und wie lässt sich der Gesamtaufwand bewerten?

Beim Vergleich verschiedener Anbieter sollten nicht nur die monatlichen Lizenzpreise berücksichtigt werden. Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung der Betriebskosten, auch bekannt als Total Cost of Ownership (TCO). Darunter fallen alle einmaligen und laufenden Aufwände, die mit der Nutzung des Systems verbunden sind.

Typische Kostenfaktoren sind:

Warum sich die Investition in Instandhaltungssoftware lohnt: Nutzen und ROI

Die Einführung einer Instandhaltungssoftware ist mit Aufwand und Kosten verbunden, doch der Nutzen übersteigt diese Investition meist deutlich. Bereits innerhalb von 6 bis 18 Monaten kann sich, abhängig von Ausgangslage, Unternehmensgröße und Zielsetzung, ein positiver Return on Investment (ROI) einstellen.
Typische quantitative Effekte lassen sich durch Kennzahlen wie MTTR, OEE oder eine reduzierte Stillstandsdauer belegen. Auch die effizientere Nutzung von Personal und Ersatzteilen trägt zur Wirtschaftlichkeit bei.
Daneben gewinnen qualitative Effekte zunehmend an Bedeutung, wie die Sicherung von technischem Wissen durch digitale Dokumentation und KI-gestützte Wiederbereitstellung (z. B. über einen Chatbot), die Entlastung von Fachkräften durch mobile Arbeitsaufträge, eine bessere Reaktionsfähigkeit (MTTA) und Abstimmung zwischen Produktion, Instandhaltung und externen Partnern oder Lieferanten sowie skalierbare und standardisierte Abläufe über mehrere Standorte hinweg.

FAQ: Häufige Fragen zur Auswahl und Einführung von Instandhaltungssoftware

Welche Systemart passt am besten zu unserem Unternehmen?

Das hängt stark vom Einsatzbereich ab:
Je nach Anbieter, Komplexität und Projektumfang variiert die Dauer. Ein Cloud-CMMS, wie Maintastic, lässt sich in kürzester Zeit einführen. Ein erfolgreicher Pilottest verläuft in der Regel zwischen 3 und 6 Monaten.
Ein häufiger Kostentreiber bei der Skalierung sind Lizenzkosten für die Nutzer der Instandhaltungssoftware. Insbesondere bei der Einbindung zusätzlicher Standorte und Abteilungen werden die Lizenzkosten für gelegentliche Nutzer oft unterschätzt. Dazu zählen z. B. Produktionsmitarbeiter, die nur Störmeldungen erfassen sollen.
Maintastic bietet hier sogenannte Light-User Lizenzen an. Diese bilden eingeschränkte Nutzungsszenarien bedarfsgerecht und kostenoptimiert ab.
  1. Passt die Software zu unseren Instandhaltungsprozessen und unserer Systemlandschaft?
  2. Wie flexibel ist das System hinsichtlich Nutzerrollen und Individualisierungsmöglichkeiten?
  3. Wie sieht die Integration in bestehende Systeme (ERP, IoT) aus?
  4. Gibt es Testzugänge oder Pilotmöglichkeiten zur Erprobung?
  5. Zu welchen Kosten skaliert das System bei wachsendem Bedarf?
Eine gute Nutzererfahrung ist entscheidend für die Akzeptanz. Intuitive Bedienung, klare Navigation und mobile Zugänglichkeit erleichtern den Einstieg und fördern die tägliche Nutzung. Eine komplexe, schwer bedienbare Software wird sich trotz guter Funktionen in der Praxis nicht durchsetzen
Häufige Herausforderungen sind unklare Anforderungen, fehlende Akzeptanz bei Mitarbeitern, zu technischer Fokus ohne Prozessbezug, fehlende Schnittstellen oder unerwartete Kosten. Ein strukturiertes Change-Management hilft, diese Stolpersteine zu vermeiden.

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